Foto Gustav
Paula hochfrontal - out of cam jpg | © Foto Gustav 2018

Hochfrontal Licht

Basis

Ein weiteres, grundlegendes Lichtsetup ist das hochfrontale Licht. Allerdings ist das Licht auch relativ hart und passt damit nicht zu jeder Bildidee. 

Die Mona Lisa von Leonardo da Vinci ist sicher das berühmteste Beispiel für ein hochfrontales Licht. Dabei bekommen die Lider und Wangen den ‚Rouge-‘ bzw. ‚Lidschatten‘ und unter der Nase entsteht zudem der ‚Schmetterlingsschatten‘.

Mit der Höhe des Blitzes lässt sich die Härte leicht variieren. Typisch sind der Schatten unter der Nase und dem Kinn. Je nach Kopfneigung und Ausprägung der Augenhöhlen sind auch die Augen im Schatten. Je höher der Blitz, desto mehr Schatten ergibt sich im Auge.

Menschen ohne oder mit hellem Haar werden oben auf dem Kopf schnell zu hell. 

Das Stativ ist meist der Kamera irgendwie im Weg -insbesondere bei einer längeren Brennweite. Eine Alternative wäre ein Galgenstativ. Da ich das gerade nicht zur Hand habe , positioniere ich das Blitz-Stativ leicht asymmetrisch.

Der etwas ungelenk in Richtung Kamera ragende linke Arm sowie die zugehörige Hand des Models Paula ist ihrer Herkunft aus der Bucht geschuldet und konnte nur begrenzt durch Regieanweisungen korrigiert werden. 😉

Licht Setup

Der Blitz steckt in einer Octabox und ist – wie der Name schon sagt hoch und frontal gegenüber dem Model platziert. Der Winkel der Octabox zeigt relativ steil nach unten. Die Octabox macht dieses von Hause aus harte Lichtsetup etwas weicher. Die Schatten in den Augenhöhlen, unter der Nase und unter dem Kind sind trotzdem wie erwartet bild prägend. Auch der berühmte Nasenschatten ist fast wie im Lehrbuch als beinahe symmetrischer Schmetterlingsschatten erkennbar.

Hintergrund: MDF Platte einseitig weiß (Zuschnitt) aus 3x1220x2440 mm ca. 12,- € im Baumarkt
Systemblitz: Yongnou 560-IV Leistung auf 1/128 +0,3 und 24 mm
Systemblitzsteuerung und Funkauslöser: Yongnou Manual Flash Controller YB560-TX
Octabox: SMDV D70 II Firefly Pro Beauty Softbox Diffuser (Leuchtfläche 70 cm, mit Metallstreben, geeignet für Blitzgeräte) schwarz
Licht-Stativ: Manfrotto Nano schwarz
Kamera: Sony Alpha 6500 ILCE-6500
Objektiv 1: Sony SEL-50F18F Standard Objektiv Festbrennweite, 50 mm, F1.8, Vollformat geeignet, entspricht APS-C: 75 mm
Software: Adobe Lightroom Version 6.13 und Online Lighting Diagram Creator v3 beta

Bildauswahl:

Die Positionierung kann dem vorstehenden Lighting Diagram entnommen werden. Paula steht ca. 140 cm vor dem Hintergrund und ihre Entfernung zum Fotografen beträgt ca. 200 cm. Der entfesselte Blitz in der Octabox steht ungefähr 30 bis 40 cm direkt vor dem Model. Der weiße Hintergrund bleibt – wie gewünscht – dunkel, da nur wenig Licht vom Blitz auf dem Hintergrund ankommt.
Die Bilder im Beitrag sind leicht zugeschnitten teilweise quasi out of cam . Die Exif-Daten findest Du unter i bei den jeweiligen Bildern.

Systemblitz und Oktabox sind auf dem Stativ positioniert und der Funkauslöser mit LCD-Display und Bedientasten befindet sich auf dem Blitzschuh der Kamera. Mit dem Sender ist der Blitz via Funk bedienbar: Fern-Auslösen, Leistung, Zoom etc.

Schmetterlings-Schatten

Im Idealfall stellt man das Licht so hoch ein, dass der Nasenschatten, der dadurch entsteht, ungefähr in der Mitte zwischen Nasenansatz und Oberlippe endet. 
Der Nasenschatten bildet mit etwas Phantasie das Profil eines Schmetterlings, der nach hinten durchs Gesicht fliegt. Deshalb nennt man dieses Licht-Setup auch Schmetterlings-Licht oder Butterfly-Light.

Beauty-Light

Beauty-Licht

Neben dem Butterfly entstehen gleichzeitig bei dieser Lichtsetzung weitere Schatten und damit viel mehr Plastizität im Gesicht:
An den Augenhöhlen entsteht so was wie ein Liedschatten. Auf den Wangen ensteht so etwas wie ein Rouge-Schatten. Die obere Lippe ist deutlich dunkler als die Unterlippe. Unter der Unterlippe entsteht ebenfalls wieder ein Schatten. Deshalb nennt man/frau das – obwohl ungeschminkt – ein Beuaty-Licht.  Das Licht simuliert also Lippenstift, Rouge,  Liedschatten. Und das geht sogar bei Männern.

Die Schatten sind jetzt allerdings noch recht hart. Obwohl dieser Stil in den Hollywood-Filmen der 1920er und 30er Jahre zu finden sind.

Ein weiterer Schatten entsteht unter dem Kinn. Der ist oft gewollt, weil er den Blick des Betrachters im Gesicht hält und nicht nach unten zum Hals abgleiten lässt. Für ein frontales Portrait kann das Licht jetzt optimal sein.

Durch eine falsche Höhe kann allerdings – oder wenn man zu Nahe ran kommt – der Nasenschatten zu lang werden. Damit werden dann auch die Augen zu dunkel etc. Bei einem Model mit Brille sind zu dunkle Augen  noch kritischer. Eine klassische Regel sagt, dass der Nasenschatten  auf keinen Fall die Oberlippe berühren darf. So lassen sich auch sehr markante Gesichter verstärken.

Will man den Schattenwurf neutraler oder lieblicher haben, muss die Höhe geringer ausfallen. Aber auch hier gibt es eine Grenze und dami auch eine Regel: Wenn der Nasenschatten verschwindet, verschwindet auch die Plastizität des Gesichts.

Das Problem dieses Hochfrontal-Setups ist auch, dass im Idealfall das Licht genau mittig auf die Nasenspitze zeigen soll. Damit ist das Lichtstativ aber meist der Kamera im weg – ist also im Bild. Abhilfe hab ich oben schon erwähnt und hier durch einen leicht asymmetrischen Aufbau umschifft.

Dieser schnell zu realisierende Aufbau ist ein Grundbaustein der Portraitfotografie, den ich mit weiteren Lichtformern im Rahmen dieser Tutorialreihe mit anderen Lichtsets ergänzen möchte.
| ©Foto Gustav 2018

Weiterführende Links: StroboboxOnline Lighting Diagram Creator, elixxier, Alexander HeinrichsNeunzehn72fotocommunity, Blog-Sigma, Stephan Wiesener, Celvin Hollywood, Rheinwerk

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