Foto Gustav
Acht Passbilder für <2 € netto | Foto 2018 © Gustav Sommer

Passbilder selber erstellen

Biometrische Passbilder selber erstellen ist, wenn man/frau als Amateurfotograf sowieso über die geeignete Hard- und Software verfügt, kein Hexenwerk. Die spezifischen Grundlagen gibt’s bei der Bundesdruckerei kostenlos:

Passbildschablone-Erwachsene

Nachstehend beschreibe ich meine best practices, die sich am vorhandenen Studio, meinen Möglichkeiten und der Lust zum Selbermachen orientiert. Wie immer gibt’s natürlich andere, schnellere und bessere Wege nach Rom oder zum Passbild. 😉

Lightsetup

Das Model steht ca 100 cm von einer weißen Hintergrund-Wand entfernt. Hauptlicht (Bild 2) ist eine Octabox, die ca. 80 cm vor dem Model frontal so niedrig positioniert ist, dass sie gerade den Bildausschnitt nicht stört. Optional blitze ich mit einem kleinen Systemblitz ohne Lichtformer den Hintergrund zusätzlich noch heller. Dieser Speedlite Systemblitz steht hinter einem Abschatter (Bild 3) der Streulicht zur Kamera und zum Model minimiert.

Dieses Lightsetup (Bild 1) ist kein Setup für ein Beauty-Shooting, sondern liefert ein eher direktes und ehrliches Bild mit guter Helligkeit und wenig Schatten sowie genügend Kontrast zwischen Model und Hintergrund. Es reicht vermutlich auch eine kleinere Octabox o.ä. Die 120 cm war beim Shooting noch einsatzbereit und der Akku aufgeladen.

Shooting

Die Kameraeinstellungen lege ich mit ISO 100, Blende 8 und einer Belichtungszeit von 1/160 s fest. Ich wähle einen etwas größeren Bildausschnitt als später benötigt, fokussiere auf ein Auge und übertrage nach dem Auslösen sofort die Bilddaten – wie bei mir im Studio üblich via Tethering – direkt in Lightroom. Dort beurteile ich unmittelbar das Bildergebnis gegen die Vorgaben der Bundesdruckerei und dem Wohlfühl- und Zufriedenheitsfaktor des Models sowie des Fotografen. GGf. korrigiere ich die Pose des Models und die Lichtsetzung bis alles passt.

Bearbeitung

In Lightroom entwickle ich ein ausgewähltes Bild (4) aus dem kurzem Shooting. Hier korrigiere ich manchmal die Ausrichtung geringfügig damit „der Kopf senkrecht steht“ weiter stelle ich die Lichter und die Tiefen ein. Weiterhin nehme ich meist eine wenig Klarheit raus. Dann übertrage ich das so entwickelte Bild (5) anschließend an Photoshop.

Bild 7Ausrichten und zuschneiden mit Schablone in Photoshop

Zunächst dupliziere ich sicherheitshalber das als Hintergrund ankommende Bild (6) in eine weitere Ebene. Dann blende ich aus meiner Bibliothek eine dort vorher abgelegte Passbildschablone im vorgeschriebenen Verhältnis (3,5 cm zu 4,5 cm) ein. Den Mischmodus für diese Ebene stelle ich auf multiplizieren und transformiere (<ctrl> + <T>) die  maßstabsgerechte Schablone auf ein praktikable Größe. 

Mit dem Freistellungswerkzeug schneide ich das Bild im richtigen Seitenverhältnis zu und verschiebe das Bild entsprechend den Vorgaben der Lage für Augen, Nase und Kinn unter der Schablone. Größenanpassung gleiche ich mit dem Transformationswerkzeug  (<ctrl> + <T>)  aus.

Wenn alles passt speichere ich das jetzt biometrische Bild-Ergebnis ab. Dann blende ich die Schablone aus und exportiere das Bild (6) als jpg-Datei.

Drucken

Viele Foto-Druckereien verfügen auch über einen preisgünstigen Passbild-Druckservice. Hier lädt man/frau das biometrische Bild hoch und kann in der Regel die Bilder zum Beispiel im Achtfach-Nutzen setzen und für < 2,- € netto pro acht Bilder drucken lassen.

Bild 8 acht Passbilder für < 2 € netto

Die Pass-Behörden etc. können aus diesem Nutzen das benötigte Bild ausstanzen.

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