Foto Gustav
Model Jill - Workshop Intensiv Wochenende Portrait | Foto 2018 © Gustav Sommer

Zeigen, Formen, Inszenieren

Lichtwirkung

Von Martin Krolop – einem der bekanntesten inszenierenden People- und Portraitfotografen in Deutschland – habe ich gelernt die Wirkung des Lichts besser zu verstehen, statt die grundsätzlichen Lightsetups beim Namen nennen und nachbauen zu können. Die gewünschte Wirkung ist der ausschlaggebende Faktor.

Zeigelicht

Andere nennen das Licht von vorn Hauptlicht. Martin Krolop: Solange das Licht von vorne kommt, wird das Motiv gezeigt. Ich spreche dabei von Zeigelicht. Quelle: Crashkurs Potrait 2  (DVD + Workbook)

Formlicht

Kommt das Licht von der Seite auf das Model (oder von oben), wird das Motiv maximal geformt und moduliert. Martin Krolop nennt es daher Formlicht andere sagen dazu Seitenlicht.

Inszenieren

Mit dem von gegenüber der Kamera kommenden Gegenlicht lassen sich Models oder Motive gut in Szene setzen. Martin Krolop findet den Ausdruck Inzenierungslicht greifbarer und treffender.

Neben Martin Krolop haben mich weitere Fotografen beim Verstehen der Lichtwirkung und beim zielgerichteten Einsatz inspiriert.

Zielgerichteter Einsatz

Der Hamburger Fotograf Oliver Renz zeigt in seinem Portfolio sehr unterschiedliche Portraits und sagt unter anderem:

Menschen zu fotografieren ist so vielfältig wie die Menschen selber. Zudem: Je nach Zweck, dem die Portraitfotografie dient, und je nach Kontext, in dem sie steht, kann sie ganz unterschiedliche bildliche Formen annehmen!

Ein gutes Portrait ist darum auch nicht bloß ein hübsches Bild. Es ist ein trefflicher Ausdruck des Charakters eines Menschen. Ein gutes Portrait schafft Nähe, Vertrauen und Sympathie. Portraitfotografie heißt daher vor allem: den Menschen, der fotografiert wird, zu „verstehen“, seine Besonderheiten herauszuarbeiten und dann im Portrait festzuhalten. Dafür braucht es eine entspannte Atmosphäre, in der sich die/derPortraitierte wohlfühlt – auch, wenn sie/er es nicht gewohnt ist, vor der Kamera zu stehen.Durch diesen konzeptionellen Ansatz können einzigartige, authentische Portraits entstehen, die wirklich etwas von dem Menschen zeigen, der hier vor der Kamera steht. Quelle: Oliver Renz, Hamburg

Wichtige Anregungen zur kreativen Lichtsetzung konnte ich auch bei Jens Brüggemann finden.

Die besondere Wirkung außergewöhnlicher Fotos beruht wesentlich auf stimmungsvollem Licht oder auf Lichtsetzung durch den Fotografen. Quelle: Jens Brüggemann

Vergleiche der Licht-Schatten-Wirkungen unterschiedlicher Licht-Positionen und -Quellen beschreibt Jens Brüggemann unter anderen in seinem Buch Kreative Lichtführung und zelebriert er in entsprechenden Workshops, die mich persönlich sehr inspiriert haben.

Vom Starfotografen Guido Karp über die vielen populären Youtuber, Communities und anderer Bildungsanbieter bis zu den vielen Autoren, wie Karsten Kettermann könnten zahlreiche, beinahe endlos, weitere Statements zur Licht-Wirkung und dessen zielgerichtetem Einsatz hier aufgezählt werden. Entscheidend bleibt jedoch die eigene Erkenntnis und die eigene Erfahrung gepaart mit Leidenschaft zur Verbesserung und Weiterentwicklung. Letztendlich geht es darum die Porträtierten glücklich oder zumindest zufrieden zu machen.

In der Studio-Fotografie steht und fällt alles mit dem Model und der Bildidee! Ohne Bildidee ist das Lightsetup unklar, also welches Licht am besten eingesetzt, wie das Studio vorbereitet und wie das Model mit wirken sollte. Quelle: nach Karsten Kettermann in seinem Buch Poträtfotografie.

Fazit

Licht muss immer auch zum Motiv und zur Stimmung passen. Die Verwendung von Licht in der Fotografie folgt keinen konkreten Gesetzen. Es muss einfach nur auf die Wirkung und Bildintention passen. Quelle: Martin Krolop

Die Fragen für mich sind: Was soll gezeigt werden? Was soll geformt werden? Was soll insziniert werden?

Wenn nichts zu formen ist, schalte das Seitenlicht aus! Wenn nichts zu inszenieren ist, Schalte das Gegen- oder Effektlicht aus.

… die so genannten ,Richtlinien‘ der fotografischen Bildgestaltung sind … falsch, belanglos und unerheblich … Es gibt keine Gestaltungsregeln für Fotografie, nur gute Fotos. ….“ Quelle: Ansel Adams

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